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Gesetzesvertretende Verordnung zur Ausführung
des Pfarrausbildungsgesetzes
der Evangelischen Kirche der Union

Vom 20. Februar 2003

(KABl. 2003 S. 102)

Änderungen

Lfd.
Nr.
Änderndes Recht
Datum
Fundstelle
Geänderte
Artikel
Art der
Änderung
1
Gesetzesvertretende Verordnung zur Änderung der gesetzesvertretenden Verordnung zur Ausführung des Pfarrausbildungsgesetzes der Evangelischen Kirche der Union
4. Mai 2017
§ 2 Abs. 1 Nr. 2
neu gefasst
Auf Grund von Artikel 120 und Artikel 144 der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen1# in Verbindung mit § 29 Absatz 2 Satz 1 Pfarrausbildungsgesetz2# erlässt die Kirchenleitung folgende gesetzesvertretende Verordnung:
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§ 1

Zum Pfarrausbildungsgesetz der Evangelischen Kirche der Union3# vom 9. Juni 2002 werden für die Evangelische Kirche von Westfalen die nachfolgenden Ausführungsbestimmungen erlassen.
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§ 24#
(zu § 2 des Pfarrausbildungsgesetzes)

( 1 ) Das Theologische Prüfungsamt besteht aus
  1. Mitgliedern, welche die Landessynode wählt,
  2. von der Kirchenleitung beauftragten Mitgliedern der Kirchenleitung und des Landeskirchenamtes, ordinierten Theologinnen und Theologen, Juristinnen und Juristen mit der Befähigung zum Richteramt,
  3. von der Kirchenleitung beauftragten Professorinnen und Professoren sowie Dozentinnen und Dozenten staatlicher und kirchlicher wissenschaftlicher Hochschulen.
( 2 ) Dem Theologischen Prüfungsamt kann nur angehören, wer sich bereit erklärt, seinen Auftrag in Übereinstimmung mit den Grundartikeln der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen auszuüben.
( 3 ) Den Vorsitz im Prüfungsamt führt die oder der Präses oder ein von ihr/ihm beauftragtes Mitglied des Theologischen Prüfungsamtes.
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§ 3
(zu § 3 des Pfarrausbildungsgesetzes)

( 1 ) Ausreichende Kenntnisse in Latein, Griechisch und Hebräisch sind nachgewiesen durch die Zeugnisse des Latinums, Graecums und Hebraicums.
( 2 ) Wird ein ordnungsgemäßes Studium der Evangelischen Theologie von mindestens acht Semestern nachgewiesen und die Erste Theologische Prüfung innerhalb der Regelstudienzeit abgelegt und erstmals nicht bestanden, so gilt die Prüfung als nicht unternommen.
( 3 ) 1 Die Kirchenleitung erlässt die erforderlichen Bestimmungen zur Einrichtung, Durchführung und Dauer der Praktika.
2 Das Landeskirchenamt kann unter besonderen Umständen Befreiung von der Teilnahme am Praktikum erteilen.
( 4 ) Das Landeskirchenamt kann, insbesondere mit Rücksicht auf einen sonstigen wissenschaftlichen Bildungsgang, von den vorgeschriebenen Studienzeiten einen angemessenen Teil erlassen.
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§ 4
(zu § 5 des Pfarrausbildungsgesetzes)

( 1 ) Die mündliche Prüfung im Fach Philosophie ist Zulassungsvoraussetzung für die Erste Theologische Prüfung.
( 2 ) Sofern die Zulassungsvoraussetzungen vorliegen, kann die Wissenschaftliche Hausarbeit auf Antrag als vorgezogene Prüfungsleistung während des Hauptstudiums erbracht werden.
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§ 5
(zu § 6 des Pfarrausbildungsgesetzes)

Die Wiederholungsprüfung darf nicht früher als ein halbes Jahr und soll nicht später als ein Jahr nach der vorangegangenen Prüfung liegen.
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§ 6
(zu § 11 des Pfarrausbildungsgesetzes)

1 Der Vorbereitungsdienst dauert zweieinhalb Jahre. 2 Er kann aus besonderen Gründen um höchstens zwei Jahre verlängert werden.
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§ 7
(zu § 12 des Pfarrausbildungsgesetzes)

Nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes wird von den an der Ausbildung Beteiligten eine gemeinsame Beurteilung erstellt.
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§ 8
(zu § 20 des Pfarrausbildungsgesetzes)

Gibt die Kirchenleitung der Beschwerde nicht statt, so ist gegen den die Beschwerde zurückweisenden Bescheid innerhalb eines Monats nach Zustellung die Anfechtung vor der Verwaltungskammer nach dem Verwaltungsgerichtsgesetz zulässig.
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§ 9
(zu § 23 des Pfarrausbildungsgesetzes)

Von dem Erfordernis des § 23 Absatz 2 des Pfarrausbildungsgesetzes kann die Kirchenleitung in besonders begründeten Einzelfällen befreien.
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§ 10
(zu § 25 des Pfarrausbildungsgesetzes)

( 1 ) Der Erholungsurlaub für Vikarinnen und Vikare beträgt 38 Kalendertage im Urlaubsjahr.
( 2 ) Vikarinnen und Vikare, die schwerbehindert im Sinne des § 2 Absatz 2 SGB IX sind, erhalten einen zusätzlichen Urlaub von sieben Kalendertagen im Urlaubsjahr.
( 3 ) Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr.
( 4 ) Besteht das Dienstverhältnis als Vikarin oder Vikar nicht während des ganzen Urlaubsjahres, so steht der Vikarin und dem Vikar für dieses Urlaubsjahr nur ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat der Dienstzugehörigkeit zu.
( 5 ) Im Übrigen finden die Vorschriften über den Erholungsurlaub der Beamtinnen und Beamten und Richterinnen und Richter im Lande Nordrhein-Westfalen sinngemäß Anwendung, soweit durch sonstiges kirchliches Recht nicht etwas anderes bestimmt wird.
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§ 11

Die Bestimmungen über den Mutterschutz und die Elternzeit für die Beamtinnen und Beamten des Landes Nordrhein-Westfalen finden sinngemäß Anwendung, soweit durch sonstiges kirchliches Recht nicht etwas anderes bestimmt wird.
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§ 12

( 1 ) 1 Predigerinnen und Prediger nach dem Kirchengesetz über das Amt des Predigers in der Evangelischen Kirche von Westfalen5# und nach dem Kirchengesetz zur Ergänzung des Kirchengesetzes über das Amt des Predigers und der Predigerin6#, deren Berufung in das Pfarramt erwünscht ist, können von der Kirchenleitung zur Zweiten Theologischen Prüfung oder frühestens zehn Jahre nach der Ordination zu einer besonderen Prüfung zugelassen werden. 2 Die besondere Prüfung erstreckt sich auf die von der Kirchenleitung zu bestimmenden Prüfungsfächer, die Prüfungsanforderungen entsprechen denen der Zweiten Theologischen Prüfung.
( 2 ) Gemeindeglieder mit einer abgeschlossenen nichttheologischen Hochschulbildung, deren Berufung in das Pfarramt erwünscht ist, können von der Kirchenleitung nach einer angemessenen theologischen Zurüstung zur Zweiten Theologischen Prüfung oder bei längerer Berufserfahrung zu einer besonderen Prüfung zugelassen werden. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.
( 3 ) Gemeindeglieder, die sich im Dienst der Verkündigung bewährt haben und ihre Fähigkeit zu selbstständigem theologischen Denken in einem Kolloquium erweisen, können von der Kirchenleitung zu einer angemessenen theologischen Zurüstung und zur Zweiten Theologischen Prüfung zugelassen werden.
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§ 13
(zu § 29 des Pfarrausbildungsgesetzes)

Die zur Durchführung des Pfarrausbildungsgesetzes und dieser gesetzesvertretenden Verordnung erforderlichen weiteren Bestimmungen7#, insbesondere die Prüfungsordnungen, erlässt die Kirchenleitung.
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§ 14
(zu § 30 des Pfarrausbildungsgesetzes)

( 1 ) Diese gesetzesvertretende Verordnung tritt am 1. April 2003 in Kraft.
( 2 ) Zum gleichen Zeitpunkt tritt das Kirchengesetz der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Ausführung des Pfarrer-Ausbildungsgesetzes der Evangelischen Kirche der Union (AGPfAusbG) vom 11. November 1983 (KABl. 1983 S. 215), zuletzt geändert durch § 3 Absatz 3 der Notverordnung/gesetzesvertretenden Verordnung zur Änderung des Besoldungs- und Versorgungsrechts der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie der Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamten vom 28. Juni/6. Juli 2001 (KABl. 2001 S. 206), außer Kraft.

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1 ↑ Nr. 1
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2 ↑ Nr. 515
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3 ↑ Nr. 515
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4 ↑ § 2 Abs. 1 Nr. 2 neu gefasst durch Gesetzesvertretende Verordnung zur Änderung der gesetzesvertretenden Verordnung zur Ausführung des Pfarrausbildungsgesetzes der Evangelischen Kirche der Union vom 4. Mai 2017.
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5 ↑ Nr. 530
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6 ↑ Nr. 531