.

Satzung für die Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid

Vom 30. Juni 2014

(KABl. 2014 S. 112)

####
Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid hat gemäß Artikel 102 Absatz 1 und 104 Kirchenordnung2# (KO) der Evangelischen Kirche von Westfalen die folgende Satzung für die Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid beschlossen:
#

§ 1
Grundsätzliches (Präambel)

( 1 ) 1 Jesus Christus stellt Kinder in die Mitte der Gesellschaft. 2 „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr das Reich Gottes nicht sehen“ (Matthäus 18,3). 3 „Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat“ (Markus 9,36 f.). 4 „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes“ (Markus 10,1.4b).
( 2 ) 1 Kinder und Jugendliche sind Teil der Gesellschaft. 2 Sie sind Gegenwart und Zukunft der Kirche.
( 3 ) 1 Evangelische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geschieht zum einen auf der Basis der Botschaft der Liebe Gottes zu den Menschen, wie sie durch Jesus Christus verkündigt und gelebt worden ist. 2 Sie nimmt zum anderen wahr, wie Kinder und Jugendliche heute leben und Leben erfahren. 3 Sie bemüht sich, auf die Pluralität der Lebenslagen mit flexiblen Konzepten und Methoden, Kreativität und Originalität zu reagieren. 4 Sie richtet sich an alle Kinder und Jugendliche. 5 Deshalb sind sie bei der Planung, Ausgestaltung und Organisation aller Angebote zu beteiligen.
( 4 ) Ihre Aufgabe besteht darin, Kinder und Jugendliche zum Glauben einzuladen, ihnen lebensbegleitende und lebensbejahende Orientierungshilfe zu geben, sie in ihrer Entwicklung und ihrer sozialen Kompetenz zu fördern.
( 5 ) 1 Die Lebendigkeit evangelischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird deutlich in Gottesdiensten, im persönlichen Gespräch (Seelsorge), in der Gruppenarbeit, in Projekten, Freizeiten, in der offenen Arbeit und in anderen Arbeitsformen. 2 Dazu brauchen sie glaubwürdige Vorbilder und Orte, an denen sie sich ausprobieren können.
( 6 ) 1 Jede Kirchengemeinde trägt Verantwortung für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Artikel 203 KO3#). 2 Sie wird von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden geleistet.
( 7 ) 1 Die Kirchengemeinden können im Kooperationsraum ihre Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam verantworten. 2 Sie kann darüber hinaus durch das Kinder- und Jugendreferat und die verbandlichen Träger (z. B. CVJM und Pfadfinder) geleistet werden. 3 Die Zusammenarbeit mit allen Trägern evangelischer Kinder- und Jugendarbeit ist zu fördern.
#

§ 2
Fachausschuss
für Kinder- und Jugendarbeit (FKJ)
nach Artikel 102 Absatz 1 KO4#

( 1 ) 1 Die Jugendarbeiten der Kirchengemeinden sind in dem Fachausschuss für Kinder- und Jugendarbeit (FKJ) zusammengefasst. 2 Er ist für die Ausrichtung und Förderung der gesamten Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis verantwortlich. 3 Freie Träger evangelischer Kinder- und Jugendarbeit in Gelsenkirchen und Wattenscheid sind zur Mitarbeit im FKJ einzuladen.
( 2 ) 1 Der FKJ begleitet die synodale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. 2 Er evaluiert in regelmäßigen Abständen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis.
( 3 ) 1 Der FKJ begleitet und unterstützt die Arbeit des Kinder- und Jugendreferates. 2 Er gibt außerdem Impulse in die Arbeit der Kirchengemeinden, der Mitarbeitenden und nimmt Impulse auf.
( 4 ) Der FKJ beschließt über die Verteilung der öffentlichen und der von der Kreissynode zugewiesenen Mittel.
( 5 ) 1 Der FKJ ist beteiligt bei der Einstellung von Mitarbeitenden im Kinder- und Jugendreferat und schlägt dem Kreissynodalvorstand die Leitung im Kinder- und Jugendreferat vor. 2 Das Kinder- und Jugendreferat berichtet dem FKJ von seiner Arbeit.
( 6 ) 1 Der FKJ sorgt in Zusammenarbeit mit dem Kreissynodalvorstand für die Vertretung der Interessen in den kommunalen und überregionalen Gremien und Ausschüssen. 2 Er hält Verbindung mit den Organen landeskirchlicher Jugendarbeit und zu den Ausschüssen im Kirchenkreis.
( 7 ) 1 Der FKJ schlägt nach zu berufende Mitglieder für den FKJ der Kreissynode vor. 2 Der Nominierungsausschuss ist zu beteiligen.
( 8 ) Der FKJ setzt sich wie folgt zusammen:
  1. zwei Jugendpresbyterinnen oder Jugendpresbyter,
  2. zwei hauptberufliche Mitarbeitende,
  3. zwei Jugendpfarrerinnen oder Jugendpfarrer,
  4. sechs ehrenamtliche Mitarbeitende,
  5. die Synodaljugendreferentin oder der Synodaljugendreferent im Kinder- und Jugendreferat,
  6. die oder der Vorsitzende des CVJM Kreisverbandes,
  7. Mitglieder mit beratender Stimme sind die Verwaltungsfachkraft im Kinder- und Jugendreferat sowie eine Vertreterin oder ein Vertreter des Kreissynodalvorstandes.
( 9 ) Der FKJ kann einen weiteren sachkundigen Vertreter oder eine weitere sachkundige Vertreterin aus der Jugendarbeit zu seinem Mitglied berufen.
( 10 ) Der oder die Vorsitzende und der oder die stellvertretende Vorsitzende werden aus der Mitte des Ausschusses gewählt.
( 11 ) Die Geschäftsführung des Ausschusses richtet sich nach den entsprechenden Bestimmungen der Kreissynode.
#

§ 3
Geschäftsführung

( 1 ) Der FKJ wählt aus seiner Mitte eine Geschäftsführung (GF) für die Dauer von vier Jahren.
( 2 ) Der GF gehören vier Mitglieder an:
  1. der Leiter oder die Leiterin des Kinder- und Jugendreferates oder die Vertretung der Leitung,
  2. die oder der Vorsitzende des FKJ oder die Vertretung,
  3. zwei weitere Mitglieder des FKJ.
( 3 ) Der oder die Vorsitzende des FKJ führt den Vorsitz.
( 4 ) 1 Die GF bereitet die Verteilung der Spenden und der Mittel der öffentlichen Hand vor. 2 Der FKJ beschließt die Verteilung.
( 5 ) Die GF trifft dringende Entscheidungen zur Vergabe öffentlicher Mittel nach § 2 Absatz 4 dieser Satzung, die nicht aufschiebbar sind und die der FKJ nicht rechtzeitig entscheiden kann.
( 6 ) Die Leiterin oder der Leiter des Kinder- und Jugendreferates informiert die GF über die laufenden Ausgaben im Haushaltsjahr.
( 7 ) Die GF ist beschlussfähig, wenn mindestens drei Personen anwesend sind.
#

§ 4
Kinder- und Jugendreferat

( 1 ) Über den Stellenplan des Kinder- und Jugendreferates entscheidet die Kreissynode.
( 2 ) Die Aufgaben des Evangelischen Kinder- und Jugendreferates ergeben sich aus der Präambel der Satzung für die Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie aus den Dienstanweisungen für die Mitarbeitenden.
( 3 ) Das Kinder- und Jugendreferat verwaltet die Haushaltsmittel nach den Vorgaben des Haushaltsplanes.
( 4 ) Die Leitung des Kinder- und Jugendreferates wird durch den Kreissynodalvorstand nach Vorschlag des FKJ festgelegt.
#

§ 5
Delegiertenversammlung

( 1 ) Die Delegiertenversammlung ist das Gremium, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung der Arbeit im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid mitwirken.
( 2 ) Der oder die Vorsitzende des FKJ führt den Vorsitz.
( 3 ) 1 Die Jugendausschüsse der Kirchengemeinden bestimmen die Delegierten für die Delegiertenversammlung. 2 Die Anzahl der Delegierten entspricht der Anzahl der Pfarrstellen in der Kirchengemeinde. 3 Verbandliche Jugendvereine (z. B. CVJM, Pfadfinder), die neben der Gemeindejugend eine eigene Jugendarbeit anbieten, können eine Vertreterin oder einen Vertreter delegieren.
( 4 ) In die Delegiertenversammlung können sowohl Ehrenamtliche einschließlich Jugendpresbyterinnen oder Jugendpresbyter als auch hauptberufliche Mitarbeitende delegiert werden.
( 5 ) Außerdem delegieren die verbandlichen Jugendvereine auf der Ebene des Kirchenkreises zwei Delegierte.
( 6 ) Die Delegiertenversammlung hat folgende besondere Aufgaben:
  1. Vorschlag der Delegierten für den FKJ an die Kreissynode,
  2. Bericht aus der Arbeit des FKJ,
  3. Bericht aus der Arbeit des kreiskirchlichen Kinder- und Jugendreferates,
  4. Beratung der Leitlinien und Schwerpunktsetzungen der synodalen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
( 7 ) Die Delegierten treffen sich in der Regel einmal im Jahr.
( 8 ) Die Geschäftsführung obliegt dem Kinder- und Jugendreferat.
#

§ 6
Konferenz
der Kinder- und Jugendpfarrerinnen
und Kinder- und Jugendpfarrer

( 1 ) Die Kinder- und Jugendpfarrerinnen und Kinder- und Jugendpfarrer aus den Kirchengemeinden des Kirchenkreises bilden die Konferenz der Kinder- und Jugendpfarrerinnen und Kinder- und Jugendpfarrer.
( 2 ) Diese Konferenz wirkt darauf hin, dass die besonderen Belange der gemeindlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden.
#

§ 7
Konferenz
der Jugendreferentinnen und Jugendreferenten

( 1 ) Die Jugendreferentinnen und Jugendreferenten der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus den Kirchengemeinden und des Kinder- und Jugendreferates bilden die Konferenz der Jugendreferentinnen und Jugendreferenten.
( 2 ) Die Konferenz hat insbesondere folgende Aufgaben:
  1. Koordination der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,
  2. Informationsaustausch, Absprachen und Planung,
  3. Fortbildung der Hauptamtlichen.
#

§ 85#
Inkrafttreten

1 Die Satzung tritt nach Genehmigung durch das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen mit ihrer Veröffentlichung im Kirchlichen Amtsblatt am 1. August 2014 in Kraft. 2 Gleichzeitig tritt die Satzung vom 14. Juni 2010 (KABl. 2010 S. 175) außer Kraft.

#
1 ↑ Die Inhaltsübersicht ist nicht Bestandteil dieser Satzung.
#
2 ↑ Nr. 1.
#
3 ↑ Nr. 1.
#
4 ↑ Nr. 1.
#
5 ↑ Redaktioneller Hinweis: Die Veröffentlichung im KABl. erfolgte am 31. Juli 2014.